Generator und Mischkrümmer

von Gundolf Oertwig am 12.04.2022 / in Technik

Der kleine Yanmar 1GM10 Einbaudiesel brauchte einen neuen Mischkrümmer. Das alte Teil hatte Löcher durch Korrosion. Eigentlich hatte ich gar nicht vor, hier etwas zu reparieren, schließlich sah alles von außen gut aus. Es wird jedoch in den diversen Anleitungen immer auf regelmäßige Kontrollen hingewiesen, weil ein Defekt böse Folgen haben kann, wie: Kühlwasser gelangt in die Bilge, der Auspuff dahinter überhitzt, Kohlenmonoxidvergiftung droht oder Wasser läuft zurück in den Zylinder. Alles nicht so gut…

Nur, weil der Motor hin und wieder zu wenig Leistung brachte, guckte ich hinein, ob da nicht zuviel Ruß die Sache verstopft. Um den horrenden Preis hier zu entgehen, kaufte ich einen Alternativkrümmer aus USA.

der alte Mischkrümmer

Bild vom Motor

der neue Mischkrümmer

Und nun zum Generator. Kaputt war sie nicht, die alte Lichtmaschine, jedoch mit nur 35 Ampere etwas zu schwach für mein Ladegerät der Bordbatterie. Ich benutze zum Laden der Bordbatterie ein sogenanntes „B2B-Ladegerät“. Das nimmt seinen Eingang von der Starterbatterie des Motors und gibt den Strom an die Batterie für den Bordbetrieb. Der Sinn dabei ist der, daß es nun völlig egal ist, welchen Batterietyp die Bordbatterie hat, ob Gel, AGM oder gar Litium. Das Ladegerät stellt die richtige Kennlinie zur Verfügung und auf der Motorseite braucht man nichts verändern. Keine neuen Regler, keine Trenndioden und es bleibt eine klassische Starterbatterie. Theoretisch! Man darf mit dem Lader nicht mehr Leistung anfordern, als der Generator bringt. Dann ist alles gut. Ich jedoch, habe zu lax gerechnet, dachte, ein 20A-Lader wird schon mit einer 35A-Lichtmaschine zusammen passen. Nee-nee! Ausgehend von der altbekannten Funktion U=I x R kommt man nach einigen Umrechnen dazu, daß 20 A Ladestrom an 14,8 V mehr braucht, als 35 A an 12 bis 13,8 V am Eingang. Es können 40 A werden.

Lichtmaschine 55 A

Also flugs einen größeren Generator gekauft. Die Yanmar mit 2 oder 3 Zylindern haben eine mit 55 A, können aber auch die kleine 35er fahren. Umkehrschluss: dann paßt die bei mir auch. Pusteblume! Das war ein Gezicke, bis das Teil drin war. Der Haltebolzen neu ist 10mm und der alte nur 8mm. Die Riemenscheibe ist kleiner, so paßt der alte Riemen nicht oder man muß den Apparat weiter herausschwenken zum Spannen. Urgh! Dann reicht der Spannhebel aber nicht weit genug. Also den noch mit ein bisserl Metall verlängert. Also jetzt ist sie drinn und läuft.

Neues Problem: nun verlangt das ganze System gleich vom Start weg soviel an Leistung, daß sich der kleine 9 PS-Motor im Leerlauf fast abwürgt. Äh-Bong! Hätte ich doch alles sein gelassen … Nun braucht es also noch eine Ladeverzögerung.

Bootinnere mit viel Werkzeug herumliegen

Baustelle im Boot

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