Doppeltes Aufkreuzen

von Gundolf Oertwig am 27.07.2020 / in 2020 rund Kattegat, DK und Hiddensee

als Segler bin ich es nicht nur gewohnt, mal gegenan zu kreuzen, ja – es macht oft gerade den Reiz aus, vorwärts zu kommen, ohne den Motor anzuschalten.

Soweit auf dem Wasser. Anders mit den Gepflogenheiten auf dem Land: nee, auf Dauer ist Dänemark nichts für mich! Und das liegt einzig allein an der (fehlenden) Restaurantkultur.

Aber erst mal zum Segeln: das heutige Etmal belief sich auf ca. 46 Meilen. Ordentlich, für ein kleines Segelboot. Den Trønse-Sund ab Svendborg bin ich mit 8 Wenden komplett durch! Siehe Bild, die übrigens hervorragenden Wendewinkel sind nur durch den 2 kn Strom in meine Richtung zu erklären! Das war ein Tanz! auf Steuerbordbug mußte ich auf andere aufpassen, dann auf Backbordbug spreiselten alle anderen auseinander. Und das war eng hier!

Nun zum anderen: ich bin eine „Eule“, bin abends fit und möchte, zumal im Urlaub, gerne abends Essen. Das geht in DK nicht! Heute wieder: 4 von immerhin 7 Restaurants waren um 20:00 überhaupt noch offen, jedoch „Küche schließt gerade“ Für mich ein Unding! Ich genieße es, gerne auch in Gesellschaft, einen langen Segeltag in die Nacht ausklingen zu lassen. Vor allem bei den langen, hellen Sommerabende im Norden. Daran den kompletten Besuch festmachen? Ja, warum auch nicht, ich möchte mich wohlfühlen. Ich beobachte die anderen Segler, Gäste wie Einheimische, um 07:00 raus und ab 15:00 bis aller spätestens 17:00 im Hafen, dann ist man frisch geduscht um 18:00 beim Wirt. Die Speisekarte ist meist kurz: Eis und Hamburger.

Abends selber kochen und alleine im Boot zu hocken ist für mich wie Aufkreuzen. Immer mal schön, jedoch kein Dauerzustand.

Fazit: bleibe ich der Ostsee treu, werde ich mehr polnisch lernen. Oder doch wieder: „Dobar Dan“?

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