Segeln als Therapie?

von Gundolf Oertwig am 06.10.2019 / in Pinwand
entspannter Segler im Sommer vor Usedom

Vor Usedom

Segeltherapie gegen Depression, ein erster Selbstversuch:

Glücklich und etwas fett segelte ich noch bis Sommer 2018 maximal entspannt so herum.

Dunkle Wolken Front nähert sich dem Hafen

Jachthafen bei Anklam/Peene

doch immer wieder zieht ein Sturm auf, wie hier in Anklam. Das ist Natur und kann bei richtiger Vorbereitung auch schön sein. Schlimm jedoch, sind Tiefs im Kopf, da kannst‘ dich nicht anbinden, weisst nicht, wie damit leben, wann’s aufhört…

 

Eine tiefe Depression hat mich fest im Griff, kam leise im Schatten eines schönen Erlebnisses.

Sonnenuntergang mit schönen Spiegelungen am Ankerplatz

Sonnenuntergang mit schönen Spiegelungen am Ankerplatz

9 Wochen segelte ich im Sommer 2019 in der südlichen Ostsee, um mich auf dem Wasser wieder zu „erden“ und um zu mir zu finden. Abends, vor Anker fällt der Blick von der Reeling ins Wasser und sieht nichts Reales, nur Spiegelungen.

ganz so mit dem „Erden“ hat‘s auch einhand  leider nicht geklappt. Ein Jahr Karussell der Emotionen sind doch nicht so einfach weg-zu-segeln…

Meine Route findet ihr hier: Route

Fazit: Auszeit-Segeln gegen die Depression ist eine Hilfe, reicht alleine jedoch nicht. So ’n bisschen Klinik schon eher 🥀

 

 

Geduld ist gefragt. Auch 2020 fühlte ich „gemischt“ und habe mich entschlossen, etwas früher, also mit 63 Jahren, in Rente zu gehen. Eine Entlastung, die vielleicht hilft? Dachte ich mir… Oh je! Jetzt fehlt der gewohnte Rhythmus.

Insgesamt 3 Monate Segeln hat zumindest etwas Ausgleich gebracht. Das kleine, überschaubare Reich, das Boot. Verlangt Aufmerksamkeit, jedoch nicht so viel, daß du ersticktst. Dafür aussen herum, freie Sicht, schier grenzenlose Möglichkeiten. Meine Route 2020

Dezember 2020:

Vielleicht lossegeln, nicht nur für einen Urlaub. Für eine Zeit so leben. Konsequenz: dafür hier Alles verlieren. Loslassen ist viel schwerer scheint mir, als festzuhalten.

 

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